Johann Joachim Winckelmann

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Elbflorenz - Schöpfung und Bewahrung

* 1. Allgemeines  * *  2. Werdegang* *  3. Winckelmanns Bedeutung für die Antikenrezeption  * *  4. Winckelmanntag  *
Johann Joachim Winckelmann/von Michael Mengs 1755

Johann Joachim Winckelmann (geb. 9. Dezember 1717 in Stendal; gest. 8. Juni 1768 bei Triest) war ein deutscher Archäologe, Antiquar und Kunstschriftsteller. Er gilt als der Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und der Kunstgeschichte. Auch dem zur Zeit des Renaissance-Humanismus wirkenden Flavio Biondo wird diese Rolle zugeschrieben; Winckelmann ist in seiner Nachwirkung jedoch ungleich bedeutender als der italienische Humanist. Sein Wertmaßstab ist in der Ästhetik begründet.

J. J. Winckelmann wurde als Sohn eines Schusters am 9. Dezember 1717 in Stendal geboren und war dank eines Stipendiums in der Lage, in Halle (Saale) Theologie zu studieren. 1740 übernahm Winckelmann eine Stelle als Hauslehrer in Osterburg bei Stendal, dann wechselte er an die Universität Jena, um dort von 1741 bis 1742 Medizin zu studieren. Von 1743 bis 1748 war er Konrektor der Lateinschule im altmärkischen Seehausen. Später nahm er das Studium der deutschen Reichsgeschichte auf, damals ein eigener und blühender Studiengang.
Seine Lieblingsthematik, die griechische Kunstgeschichte, hat er zeitlebens als Autodidakt betrieben, sich jedoch darin als Meister erwiesen. Nach kurzen Anstellungen als Lehrer und Erzieher wurde er 1748 Bibliothekar bei Heinrich Graf von Bünau in Nöthnitz bei Dresden. Die Bibliothek des Grafen von Bünau war weit über Dresden hinaus bekannt. Zu den Besuchern gehörte auch Alberico Archinto, der von Winckelmann so beeindruckt war, dass er ihm die Stelle des Bibliothekars in Rom anbot, denn in den dortigen Galerien könne er seinen Sinn für bildende Kunst weiterentwickeln. Voraussetzung sei freilich, dass Winckelmann zum Katholizismus konvertiere. In dieser Zeit wurde König August III. von Polen sein Gönner. Er erkannte die bahnbrechenden Ideen Winckelmanns und unterstützte ihn mit einer jährlichen Rente von 200 Talern. So konnte durch die materielle Absicherung 1756 die Arbeit an seinem Hauptwerk "Die Geschichte der Kunst des Altertums" (vollst. deutsche Übersetzung) beginnen, deren 2 Bände 1764 erschienen.
Am 17. September 1754 quittierte Winckelmann den Dienst in Bünau, um nun seinen Dienst unter den verschiedenen Kardinälen in Rom und später als Oberaufseher für die Altertümer in Rom und Umgebung aufzunehmen.

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Für Winckelmann war es die höchste Aufgabe der Kunst, die Schönheit darzustellen. Hierfür fand er die Formel edle Einfalt, stille Größe, welche er dem Verspielten, überladenen und allegorischen des Barock und Rokoko entgegenstellt. Winckelmanns Bild der römischen und griechischen Antike beeinflusste sehr wesentlich den Geist des deutschen Klassizismus, ganz besonders den der Weimarer Klassik. Das besonders an den Formen ausgerichtete Empfinden der Kunstwerke und ihre Rezeption durch Winckelmann wirkte sowohl bei Goethe als auch Schiller prägend. Winckelmanns Schriften begründeten den Ruf der gebildeten Welt.

Wenn Winckelmann versuchte, über die griechisch-antike Kunst deren Vorbildlichkeit durch geoklimatische (mildes Klima, Landschaft) und politische (perikleische Demokratie) Umstände zu begründen, so ergab sich damit eine Aufgabe: Einerseits wird die griechische Kunst in ihrer Einmaligkeit betont, andererseits fordert Winckelmann ausdrücklich ihre Nachahmung. Letzteres dürfte aber nur schwer möglich sein. Winckelmann´s großer Verdienst ist es, die Rezeption der griechischen Antike aus dem Feld der antiquarischen Buchgelehrsamkeit hinaus geführt zu haben, hin zu einer sinnlich-erotischen Darstellung.
Im Jahre 1754 nahm Winckelmann dann doch das Angebot wahr, seinen Dienst unter verschiedenen Kardinälen in Rom und später als Oberaufseher für die Altertümer in Rom und Umgebung aufzunehmen.

Winckelmann gehörte zu den Personen, die Grabungen anmahnten, um das historische Olympia (Griechenland) freizulegen. Im Januar 1768 nahmen die Reisepläne Winckelmanns konkrete Formen an, jedoch brachte sein gewaltsamer Tod diese Initiative zum Erliegen. Erst in den Jahren 1875 bis 1881 begann unter der Leitung von Ernst Curtius durch das Deutsche Archäologische Institut die systematische Ergrabung. Die unter seiner Leitung wie auch der von Wilhelm Dörpfeld und Georg Treu erbrachten Ergebnisse, gaben Winckelmann hinsichtlich seiner Forderung der Ergrabung Olympias in vollem Umfang Recht.

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Rund um den 9. Dezember gedenken Archäologen jährlich Winckelmann als "Urvater" ihres Faches, der die wissenschaftliche Archäologie begründete.

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